Dir wurde gelehrt, du seist begehrt, wenn man dich ficken möchte. Ich wurde nie gefickt, also ging ich auf den Strich. Lust habe ich schon lange nicht mehr. All die Erwartungen an das erste Mal, all die Erwartungen an Sex erlischten mit meiner Entjungferung. Ich habe mich nicht aufgehoben. Ich habe die Unschuld an eine Person verloren, die ich das erste Mal im Leben sah, der mich nicht ficken wollte. Das zweite Mal, an einen dessen Lust sich nicht mir gegenüber äußerte, sondern die der Tatsache, dass er Sex haben wollte. Einer der mich nicht ficken wollte. Vielleicht wurdest du verlassen, nachdem du Sex mit deinen Partner hattest. Ich lernte meine nie kennen. Ich kenne keine Nachnamen, ich kenne keine Adressen. Ich kenne Gesichter. Gesichter, die trotz 600km Entfernung trotzdem immer wieder in mein Gedächtnis auftauchen. Das dritte mal Sex im Leben hatte ich mit einem Freier. Keine Nachnamen, keine Adressen. Ich war 16.
Mit 17 hatte ich das erste mal Liebe gemacht. Und dann auch noch das zweite und dritte und vierte Mal. Eigentlich wollte Sie nie. Also habe ich aufgehört Liebe zu machen. Stattdessen kam ein neuer Freier dazu. Ein neues Gesicht mit Nachnamen, mit Adresse. Letztendlich egal. Für mich sind das alles nur Gesichter. Danach kam noch einer. Ein neues Gesicht, ohne Nachnamen, ohne Adresse. Zwei mal, für Geld. Mein Körper ist dafür geschaffen wurde um Freunde zu bereiten, nicht um welche zu empfinden. Liebemachen ist für andere Menschen da, nicht für mich. Liebemachen ist für gute Mädchen da. Ich bin ein schlechtes Mädchen. Wenn ich Liebemache sehe ich die dreckigen verzogenen Gesichter ohne Nachnamen, ohne Adressen. Immer wenn ich Lust habe muss ich an diese dreckigen Gesichter denken. Daran wo ich hingehöre. Immer wenn ich an Liebemachen/Sex denke, muss ich daran denken, dass ich dazu da bin um Freunde zu bereiten, nicht um welche zu erfahren. Wenn ich wegsehe fühle ich mich schuldig, denn meine Prädestinierung ist es Freude zu bereiten. Menschen glücklich zu machen und nicht zu sein. Glück und Liebe ist was für andere. Nicht für mich.