Mittwoch, 15. April 2015

Kippenstummelkunst.




Rauchen. Die Worte des Gegenübers fest einzuwickeln und durch ein Filter aufzunehmen.
Die eigenen Worte wie dichten Rauch zu inhalieren.
Ausatmen. Nur noch ein Bruchteil kommt ans Licht. Ein dünner Rauchschwaden erreicht dein Gesicht. Der Rest zerreist mir die Brust.
Du aschst ab. Nächster Zug.
Stumme Konversation, bei dem beide nicht sprechen müssen. Das Ungesagte ist das Gedachte.
Du drückst mich aus. Konversation, over and out.



Noch vor 2 Minuten schriest du verlangend nach Kontrollverlust. Nervenzusammenbruch. Du batst mich darum nicht aufzuhören. Jetzt zündest du dir eine Zigarette an. Dein Körper schreit nach Nikotin. Dein Körper möchte deine Nerven kontrollieren. Dein Körper möchte sterben. Dein Körper möchte dir wehtun. Dein Körper verlangt nicht nach Endorphinen. Du hast Angst. Oxytocin. Bindungsangst. Bindungsgestört.

Zu viel wollen, nicht ertragen können, rauchen. Noch mehr wollen. Die Sucht schreit nach mehr. Von einer Sucht in die Andere. Wir sind süchtig nach der Sucht. Abstinenz ist unerträglich. Traurigkeit ist nicht die Abstinenz von Glück. Darauf rauchen wir eine. Cheers.

Spaeter, ich weiss nicht mal wann es passiert ist. Ich schmiss meine Zigarette ins Wasser, alles was ich habe wieder in einer Tasche. Die Naehe war ihr zu nah, die Distanz zu gross. Sie beschloss zu gehen uns alles was sie mir uebrig lies, waren ihre ausgebrannten Kippenstummel.

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